Was ist Rollerderby

Eine der frühesten Extremsportarten Amerikas erlebt nach fast 20jährigem Dornröschenschlaf nun auch in Deutschland eine Renaissance.

Bereits 1885 wurde in der New York Times über einen sechs Tage andauernden Marathon auf Rollschuhen berichtet. Damals skateten 2 Teams bestehend aus Männern und Frauen auf einer Ovalbahn gegeneinander. Gewonnen hatte das Team welches am längsten druchhielt und als letztes auf der Bahn stand.

Im Laufe von etwa 30 Jahren wurden für die Zuschauer der Körperkontakt und die zeitweise harten Rempeleien unter den rivalisierenden Teams immer interessanter. Das machten sich Mitte der 30iger Jahre der Promoter Leo Seltzer und der Sportjournalist Damon Runyon zu Nutze und änderten die Regeln, indem sie den Schwerpunkt auf publikumswirksamere Rempeleien und Schubsereien legten.

Diese spektakuläre und rasante Art des Rollerderbys wurde über 40 Jahre lang in den USA zum Publikumsmagneten. Durch große Popularität wurden die Spieler zu Stars in Funk und Fernsehen. Doch Mitte der 70iger Jahre verlor der Sport aus ungeklärten Ursachen an Aufmerksamkeit und wurde nur noch vereinzelt gespielt.

 

Wiedergeburt

Was 1999 in Texas als eine Party-Idee mit dem Motto „Roller Derby“ begann, startete innerhalb kürzester Zeit ein unglaubliches Comeback. Laut der Times war 2007 Roller Derby der am schnellsten wachsende Sport weltweit. Im Oktober 2008 zeichnete das Verzeichnis aller eingetragenen Rollergirls bereits 14.411 Spielerinnen. Mittlerweile gibt es in Amerika, Kanada, England, Irland, Schweden, Australien, Neuseeland, den Niederlanden, Mexiko und auch Deutschland Mannschaften.


Roller Derby wird heutzutage nur von Frauen gespielt. Diese geben sich teils lustige, teils Angst einflößende Spielernamen, wie z.B. Horribell, Snare Witch, Mara Maniac oder Rita Hitworth. Seit kurzem hört man aber auch wieder von männlichen Teams, die derzeit jedoch noch kein wirkliches Netzwerk haben.

Das Spiel ist vom Grundprinzip das Gleiche wie damals, es ist hart, schnell und gefährlich. Da fast alle Spielerinnen den Sport nicht professionell betreiben können ist das Regelwerk etwas strenger geworden, um allzu schwere Verletzungen zu vermeiden.

 

Das Spiel, genannt Bout

Rollerderby wird auf einer ovalen Bahn in der Größe eines Basketballfeldes gespielt. Zwei Teams mit je 5 Spielerinnen befinden sich gleichzeitig auf der Bahn. Eine Spielerin je Team, genannt Jammerin, stellt sich einige Meter hinter den restlichen Spielerinnen, Pack genannt, auf der Bahn auf. Der Schiedsrichter gibt das Signal zum Start und die vorderen 8 Spielerinnen, das Pack, starten, kurz darauf die Jammerinnen. Ziel des Spiels ist, dass die Jammerinnen so oft wie möglich die Gegnerinnen auf der Bahn überrunden und dadurch pro überholte Gegnerin einen Punkt bekommen. Die erste Runde ist nur zur Bestimmung der Leadjammerin, es werde keine Punkte vergeben. Leadjammerin wird die Spielerin, die als erste ohne Regelverstoß durch das Pack kommt. Einziger Vorteil der Leadjammerin ist, dass sie vorzeitig eine Spielrunde, genannt Jam, abbrechen kann. Punkte können immer beide Jammerinnen sammeln.

Die Aufgabe der anderen Spielerinnen, genannt Blocker, ist, ihre eigene Jammerin so schnell wie möglich durch die Gegnerinnen zu lotsen, bzw. die gegnerische Jammerin am Durchkommen zu hindern. Um dies zu vermeiden sind Body-Checks und blocken erlaubt. Jedoch gibt es ein sehr großes Regelwerk, das genau festlegt, was EIGENTLICH erlaubt ist  und wann die Jammerinenn keine Punkte angerechnet bekommen. Auch beim Rollerderby gibt es wie in vielen anderen Sportarten bei Regelverstößen Zeitstrafen, oder auch Ausschluss vom Bout.

Das Spiel besteht aus 2-minütigen Spielrunden, genannt Jams. Dananch müssen die Spielerinnen wieder an die Anfangsposition zurück und es geht beginnt ein neuer 2-minütiger Jam. Das Bout wird in zwei 30-minütigen, oder drei 20-minütigen Periods gespielt. Das Team, das am Ende am meisten Punkte hat, hat gewonnen.